Stadtwerke Frankfurt
Städtische Straßenbahn der Stadt Frankfurt
Diese Fahrkarte fand Trampage-Leser Ladislav Kubera aus Prag in einem alten Fotoalbum mit Ansichtskarten . Aufgrund der Datierung der Ansichtskarten und des vom Jugendstil geprägten Anzeigenmotiv, stammt die Fahrkarte vermutlich aus der Zeit um 1910. Wie auch bei den späteren Fahrscheinen mit aufgedruckten Liniennetz wurde das Fahrziel vom Schaffner per Kopierstift markiert. Schon damals wurde die Rückseite für Werbung genutzt (Scan: L. Kubera).
Durch Schaffner ausgestellter Fahrschein,der mit Buntstift, später mit Stempel ausgefüllt wurde. Weitere Bilder von Fahrscheine dieser Art: zu
20,
40 und
50 Pfennigen. Der vom Schaffner verwendete Stempel, musste so postiert werden, dass das vordere Ende (links vom Datum) auf das Ziel der gelösten Fahrt zeigte. Beispiel beim 50 Pfennig-Fahrschein: Ziel Seckbach. Das wurde gemacht, damit man mit dem gleichen Schein nicht wieder zurückfahren konnte.
Die Frankfurter Sparkasse gibt es zwar noch - sie gehört aber nicht mehr der Polytechnischen Gesellschaft und auch der Bienenkorb als Markenzeichen ist Geschichte. Sammelkarte aus den 50er Jahren für 4 Fahrten ohne umsteigen zum Preis von 1 DM (Scan: Andreas Allspach).
Einzelfahrscheine wurden von Schaffnern und Busfahrern verkauft. An U-Bahnstationen und wichtigen Straßenbahnstationen gab es aber schon sogenannte "Multifunktionsautomaten", die Einzelfahrscheine verschiedener Preisstufen verkauften. Hier ein Fahrschein aus solchen Automaten (Scan: G.Wenzl).
Eine Schülermonatskarte aus dem Jahr 1973, die nur für eine bestimmte Strecke galt. Erst mit der Einführung des
FVV konnten Schüler mit ihren Monatskarten im ganzen Stadtgebiet fahren.
Mit dem Start des Frankfurter Verkehrs- und Tarifverbundes (FVV) im Jahr 1974 erhielten die Fahrscheine das FVV-Logo.
In den Bussen verkaufte der Fahrer Fahrscheine vom Block. Der Betrieb von Bussen ohne Schaffner war bereits im Jahr 1953 auf der Buslinie Hauptbahnhof - Flughafen erprobt worden.Bis 1967 wurden dann alle Buslinien auf Einmannbetrieb umgestellt. Im Gegensatz zu anderen Städten, wo Fahrscheindrucker verwendet werden, verkauften die Busfahrer in Frankfurt bis 1998 teilweise sogar bis zum Jahr 2000 handgestempelte Fahrscheine von Blöckchen. Bei bestimmten Preisstufen musste der gewünschte Betrag aus verschiedenen Fahrscheinen zusammengestückelt werden. Die verschiedenen Fahrscheinarten waren durch farbige Streifen gekennzeichnet (Scan: G.Wenzl).
Mehr als zwanzig Jahre (von Mai 1974 - Mai 1995) war dieser Fahrscheintyp, der zum sofortigen Fahrtantritt bereits gestempelt aus den blauen FVV-Automaten kam, in Frankfurt im Gebrauch. Als Datum ist nur der Tag (147.Tag des Jahres) aufgedruckt.



Die Wochen- und Monatskarten bestanden beim
FVV aus der Kundenkarte und den Wertmarken, auf die die Nummer der Kundenkarte eingetragen wurde. Im Gegensatz zu den Kundenkarten vor 1974 wurde auf ein Lichtbild verzichtet. Die erste Ziffer der dreistelligen Nummer auf der Wertmarke gab die Markenart (1 = Kalendermonat alle Tage, 2 = Kalendermonat Montag-Freitag, 3 = Kalenderwoche Montag bis Samstag, 4 = Kalendermonat alle Tage ermäßigter Tarif und 5 = Kalenderwoche Montag bis Samstag ermäßigter Tarif) an, die zweite und dritte Ziffer die Preisstufe an. Im Bild sind Marken der Preisstufe 01 (Frankfurt) zu sehen. Diese Kombination aus Kundenkarte und Wertmarke wurde für Schülermonatskarten auch beim
RMV beibehalten.
Eine Sonderform der Kundenkarte stellte das "Top-Ticket" dar, das mit Wertmarke im gesamten Verbundraum galt (Scan: G.Wenzl). Die zweite Wertmarkentasche ist für eine Zuschlagswertmarke (z.B. für 1.Klasse-Benutzung) vorgesehen.
Fahr bunt
Mit der Einführung des "Fahr bunt" Zeitkartensortiments im Januar 1990 wurde in Frankfurt die Monatskarten durch eine städtische Subvention verbilligt (man vergleiche den Preis auf der abgebildeten Karte mit dem der oben abgebildeten FVV-Wertmarke vom Oktober 1989). Außerdem waren die Monatskarten jetzt übertragbar und im Gültigkeitsbeginn flexibel.
Die teuerste Form eines FVV-Fahrscheins war diese Quittung, die zur Weiterfahrt berechtigt nachdem bei einer Fahrkartenkontrolle kein gültiger Fahrschein vorgezeigt werden konnte. Sie kostete 40 DM.
Für Fahrten im Ebbelwei-Expreß werden eigene Fahrscheine ausgestellt, deren Einnahmen bei den Stadtwerken verbleiben und nicht dem Einnahmeaufteilungsschlüssel des Verkehrsverbundes unterliegen.
Mit dem Start des Rhein-Main-Verkehrsverbund (
RMV), der am 28.Mai 1995 den
FVV ablöste, änderte sich die Bedruckung der Fahrscheine gemäß dem
RMV-
Design. Die Fahrkartenformate wurden zunächst beibehalten bis neue Automaten bzw. Fahrscheindrucker für die Busse beschafft wurden.


Hier ein Fahrschein aus einem ehemaligen
FVV-Automat sowie eine Tageskarte, die vom Busfahrer per Block und Handstempelung verkauft wurde (von der Rückseite des Fahrscheins scheint Werbung für den Ebbelwei-Expreß durch). Fahrscheine vom Block wurden bei Großveranstaltungen oder in der Weihnachtszeit auch von Standschaffnern an Haltestellen mit großen Fahrgastaufkommen verkauft.
Für Schüler und Auszubildende wurde die Kombination persönliche Kundenkarte und Wertmarken auch beim RMV beibehalten. Hier eine Kundenkarte mit entsprechender Wochen- und Monatsmarke für die Fahrten von Frankfurt nach Darmstadt aus dem Jahr 1995.
Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF)
1996 wurde die Sparte Verkehr als Stadtwerke Verkehrsgesellschaft Frankfurt mbH im Zuge der Umwandlung der Stadtwerke Frankfurt in eine Holding als eigene Gesellschaft ausgegliedert. Im Jahr 1997 wurde das
VGF-Logo eingeführt, das seitdem auch auf den von dem Unternehmen verkauften Fahrscheinen auftaucht.
Im Jahr 2002 wurden die Monatskarten in den
VGF-Verkaufsstellen noch von Hand ausgeschrieben. Heute kommen alle Fahrkarten direkt aus dem Drucker.